Männer führen gern und 60 % von ihnen übernehmen die Führung auch. Das bestätigte die Uni Tübingen in einer Studie schon vor Jahren. In dieser heißt es auch: Die Mehrheit der Männer hatte mit der Partnerin schon Zoff um den richtigen Weg. Weil man bekanntlich denkt der Mann hätte die Nase vorn beim Orientierungssinn. Das ist aber falsch, denn das Praxisbeispiel, heißt so viel, wie getestet am lebenden Objekt, lehrt etwas anderes.
Mein Matrose. Ich drücke ihm die Straßenkarte in die Hand und sage: “Wir wollen nach Köpenick, schau mal bitte, welche Abfahrt ich nehmen muss!” Nach 1 Minute des Studierens und eine Linksabbiegung von mir, sagt er: “Warum bist du denn hier abgebogen? Du hättest geradeaus fahren können.” Ich schaue ihn leicht verunsichert an und fange an, zu erklären, welche Strecke ich eigentlich fahren wollte. “Dann bieg mal jetzt rechts ab”, ruft er. Wieder irritiert, aber vertrauensvoll biege ich ab, um kurze Zeit festzustellen, dass die B96 nicht das selbe ist wie die B96a. Der Matrose versteht das nicht. Ich gewinne die Orientierung wieder und biege endlich auf die Stadtautobahn. Nach 20 Minuten im Auto und einigen kleinen Stop & Go`s durch verschiedene Veranstaltungen in und um Köpenick scharrt der Herr mit den Füßen auf der Schmutzfangmatte. Die Straßenkarte lässt er aber nicht los. “Ich will doch nur zum Müggelsee”, fluche ich ein wenig. “Lass uns das Auto hier jetzt abstellen und die 250 Meter bis zum See laufen”, sagt er. Ich schaue ihn unglaubwürdig an. “Wir stehen hier mitten in einem Wohngebiet, hier ist kein See”. “Doch natürlich, die Straße runter, hinter den Schrebergärten. “Aha”, staune ich, “du kennst dich aber aus. Ich würde erst mal hinfahren, mich ORIENTIEREN und dann einen Parkplatz suchen.” “Du willst ja nur nicht laufen”, tönt es von ihm altklug. Ich wütend, weil ich auf 2m Unverständnis treffe und er kocht vor Aggression fast über, so dass wir im Schnellschritt das halbe Stadtgebiet durchquerten. Vorbei an großen Straßen, Schrebergärten, durch Parks, menschenleeren Straßen aber kein See. Das 10-fache der von ihm kalkulierten Strecke und ohne Zielerreichung.
Er wurde ruhiger, ein bisschen kleinlaut, aber noch immer um keine Erklärung verlegen. Ich amüsierte mich indes köstlich, dass ich richtig lag. Wir haben den See dann mit dem Auto doch noch gefunden und uns wieder vertragen.
Es ist Sonntag. Wir wollen brunchen gehen. Ich schlage X Lokalitäten aus. Nach Qype-Recherche sucht sich der Matrose ein Lokal aus, welches natürlich am weitesten vom Startpunkt weg ist. Das glaubt er mir aber nicht, als ich diese Vermutung äußere und den Weg lautstark skizziere. Nach Angabe der Berliner Verkehrsbetriebe sind wir in gut 30 Minuten mit 1x umsteigen da. Los gehts. Wir stehen in der U-Bahn und meine weibliche Intuition lässt mich einen kleinen Blick auf das U- und S-Bahn-Netz werfen. Der große Matrosenfinger zeigt mir den geplanten Weg. Am Zielpunkt schreie ich auf. “Das ist Neukölln! Nicht Friedrichshain! Das ist die Karl-Marx-Str. nicht die Karl-Marx-Allee.”
Ich krame eifrig in meiner Handtasche und ziehe den Notfall-wenn-mein-Freund-die Orientierung-verliert-Straßenkarte heraus und plane neu. Nebenbei lache ich und streichle ihn über den Kopf.
Die Studie sagt weiter: Nur jede zweite Frau glaubt, dass sie einen guten Orientierungssinn hat. Aber damit schätzen sie ihre Fähigkeiten schlechter ein als sie sind! Ganz anders die Männer: Sieben von zehn Männern glauben, dass sie gute Pfadfinder sind. Ein tolles Selbstbewusstsein! 50 Prozent der Männer meinen sogar, dass sie besser Wege finden können als Frauen. Was zu beweisen ist …
(Quelle: Das wahre Leben und die Studie zum Orientierungsvermögen von Frauen und Männern der Universität Tübingen, aktualisiert 2005)
oh man das kenn ich auch, nur leider hat tim in solchen Situationen dann doch meistens recht… der mann ist ein wandelnder Straßenatlas.. wenn er langeweile hat prägt er sich Stadtkarten ein… wir haben noch nie falsch gelegen.. allerdings kann ich seine Fähigkeiten meistens besser einschätzen…”ich sag dirgleich, wenn wir jetzt das und das machen dann passiert das und das, und dann sagst du hinterher wieder es tut dir leid…” und wie es dann immer so ist, wir machen dieses und jenes, und hinterher tuts ihm leid :) achja Beziehungen in denen man streiten und diskutieren kann sind was wichtiges! und solange man sich wieder verträgt und am Ende doch den See findet ist ja alles gut :)
Lotte, genau deswegen heißt er auch LEICHTmatrose *hihi*
Solch ein Dienstgrad braucht starke Führung und sollte sich tunlichst fern vom Navigator halten, denn da macht so ein LEICHTmatrose nur Unsinn ;o)
Du solltest Dir in Zukunft die Kapitänsmütze aufziehen und dem LEICHTmatrosen Aufgaben wie der Kapitänin Füsse massieren oder Deck schrubben oder so geben ;o)
Sorry, Hannes – nur Spaß *lol*
Deck massieren und Füße schrubben… soweit kommt das noch ;-)
ich wäre dafür. fürs massieren und schrubben. :-)
Wieso sollte es Dir besser gehen als mir zu HAuse, Hannes? ;-)